Traditionsreiches Familienunternehmen

im Wandel der Zeit

Die Entscheidung des Maurermeisters Johann Vestner im Jahre 1857 ein Maurergeschäft in Möhrendorf zu gründen war ebenso wagemutig wie weitsichtig, fiel seine Entscheidung doch in eine Zeit tief greifender Umbrüche. Im Jahre 1843 war der Ludwigskanal eröffnet worden, im Jahr darauf folgte die Ludwigsbahn. Im Erlanger Stadtlexikon ist zu lesen: "Um die Mitte des 19. Jahrhunderts war die Erlanger Wirtschaft auf niedrigem Niveau stabilisiert." Wahrlich keine sicheren Rahmenbedingungen für eine Firmengründung.

In der Gründerzeit lieferte der Firmeneigene Steinbruch bei Kleinseebach die benötigten Sandsteine für die landwirtschaftlichen Anwesen. Diese wurden z.B. für die Anwesen in der Bergstraße 3 und 5 verarbeitet.

Baumeister Hans Vestner verlegte schließlich die Firma 1912 nach Erlangen, in die Bergstraße 3. Die zwanziger Jahre verzeichnen den Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses sowie eine deutliche Ausweitung des Unternehmens. Den veränderten Zeiten entsprechend werden nun überwiegend Ein- und Mehrfamilienhäuser errichtet.

Hans Vestner stirbt an den Folgen des 1. Weltkrieges und seine junge Witwe Kunigunde vergrößerte erfolgreich in schwierigen Zeiten als Autodidaktin die Baufirma, in der Hoffnung diese für den damals 2-Jährigen Sohn Hans zu erhalten.

1943 fällt dieser junge Bauingenieur im Krieg und so übernimmt die Tochter Margarethe, die ihren Mann ebenfalls im Krieg verliert, die Führung in der Firma.

Nach dem 2. Weltkrieg leiteten somit zwei Frauen die Geschicke des Unternehmens, wie überhaupt starke Frauen die Firmengeschichte wesentlich prägten und auch heute noch bestimmen.

Die Jahre des Wiederaufbaus bringen einschneidende Veränderungen. Der zweite Ehemann Architekt Horst Kormann beginnt eine umfassende Modernisierung mit neuen Techniken des Stahl- und Betonbaus.

Die "Jetzt-Zeit" der Firmengeschichte beginnt im Jahr 1968 mit dem Eintritt von der Tochter Hannelore Heil-Vestner, der heutigen Senior-Chefin, in das Unternehmen. Seit dem Abschluss ihres Hochbaustudiums am Ohm-Polytechnikum Nürnberg lenkt sie nunmehr schon in der fünften Generation die Geschicke der Firma.

Ab 1973 übernimmt ihr Ehemann Dipl.-Ing. Richard Heil die technische Leitung der Firma. Und wieder spiegeln sich in der Neuausrichtung des Betriebes die politischen und wirtschaftlichen Veränderungen im Lande wider. Den Bedürfnissen entsprechend werden jetzt überwiegend schlüsselfertige Gebäude, Geschäftshäuser und Supermärkte errichtet. Ein wichtiges Tätigkeitsfeld sind in den 70er Jahren die Gebäudesanierungen in der Innenstadt.

Richard Heil verfolgt auch konsequent das Konzept eines individuell gestalteten "Fränkischen Hauses". Noch zum 125jährigen Firmenjubiläum im Jahre 1982 vermeldet die Chronik: "Der Betrieb wird weiterhin als traditionelles Bauunternehmen geführt".

Parallel hierzu wird ab 1983 eine neue Geschäftsidee mit der Überlassung von Facharbeitern im Baunebengewerbe verwirklicht.

Die andauernde Rezession in der Bauwirtschaft führt zur Entscheidung diesen Unternehmenszweig 1997 zu schließen, gleichzeitig aber den Unternehmensbereich Zeitarbeit auszubauen.

Dieser wird nunmehr durch die 6. Generation mit der Tochter Dipl.-Kffr. Hella Vestner-Lieb 2001 federführend als Geschäftsführerin geleitet.

Ein weiterer Geschäftszweig wurde aufgrund der langjährigen Baufachkompetenz mit der Immobilienvermietung und -verwaltung mit Eintritt der Tochter Dipl.-Kffr. Sonja Heil als weitere Geschäftsführerin für Gebäudemanagement seit 2005 gegründet. Somit sind die drei Geschäftsführerinnen als "Frauenpower" für eine erfolgreiche Zukunft verantwortlich. Getreu dem Motto: "Nur wer sich wandelt, bleibt sich treu".

Das Sponsoring der Firma Vestner dient vornehmlich zur Unterstützung des Skulpturengartens Heinrich Kirchner und dem jährlichen ARCADEN-LAUF (TV 1848).